Um es vorweg zu nehmen: Eigentlich hat Köln gar nichts mit Dubai gemeinsam. Das wurde mir heute so richtig bewußt, als wir von einem Kurztrip nach Dubai zurück kamen. Vor 2 Jahren gab es dort weder U-Bahn noch anderen öffentlichen Nahverkehr. Dafür trotz gigantisch breiten Straßen häufig Staus und Verkehrschaos. Diese Woche sehen wir dann eine neue Metro quer durch die Stadt, eine Schwebebahn auf die Palmeninsel und überall neue Busse. Die Wartehäuschen sind natürlich nett designed und - im Sommer bei 50 Grad im Schatten wichtig - klimatisiert!

Hochhäuser und neue Metro an der Sheikh Zayed Road im Januar 2010- rechts die Metro - (c) Frank Warda
Es ist sicher unfair, Köln damit zu vergleichen. Aber heute morgen lese ich im Stadtanzeiger die Überschrift “Streit um Drehbrücke geht weiter!” Da können sich die Bezirksvertretungen von Porz und Innenstadt nicht einigen, die Stadtverwaltung schaltete sich ein. Dann soll eine Teilöffnung erfolgen. Der Verkehrsausschuss hat nun entschieden, die Brücke außer am Wochenende wieder für den Verkehr freizugeben. Dagegen geht nun der grüne Bezirksbürgermeister vor, weil die Bezirksvertrung Innenstadt sich in ihrem Kompetenzrecht elementar verletzt sieht. Nun soll der Oberbürgermeister die Zuständigkeit prüfen. Der arme Mann, als hätte der keine wirklichen Sorgen. Was für eine Muppet-Show!
Zur Erinnerung: Anfang 2008 rammte ein Schiff einen Träger der Brücke. Diese mußte dann für den Autoverkehr gesperrt werden. Allerdings blieb die Sperrung auch nach der Reparatur bestehen. Seitdem zanken sich die Parteien darum. Gutachten werden gemacht, Anhörungen, Diskussionsrunden. Nichts passiert. In der gleichen Zeit wird in Dubai eine ganze Metrolinie gebaut! Bei uns wird auch an einer U-Bahn gebaut, leider mit immensen Kollateralschäden. Das unterscheidet uns von Ländern, in denen wirklich etwas passiert. Das Trauerspiel um die Drehbrücke ist ein Paradebeispiel, wie realitätsfern und selbstverliebt wir in Köln (und sicher auch anderswo in Deutschland) unsere Energie für Nichtigkeiten verschwenden. Als gäbe es keine Wirtschaftkrise und andere wirkliche Probleme. Noch ein paar Jahre weiter so, dann sind wir das Entwicklungsland und Staaten wie die Emirate, China, Indien usw. machen uns vor, was geht.

















